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 Betreff des Beitrags: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 07.04. 2011 21:52 
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Laborratte
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Hallo ihr Lieben!
Ich bin vor wenigen Tagen auf dieses Forum gestoßen und muss ehrlich sagen, dass ich relativ froh darüber bin, da ich schon seit einer Weile darüber nachdenke, an welchen Universitäten ich mich bewerben soll. Erstmal etwas zu meiner Person:

Ich bin momentan noch Schüler der zwölften Klasse eines allgemeinbildenden Gymnasiums. Im Juni werde ich dann mit ziemlicher Sicherheit mein Abiturzeugnis in den Händen halten; momentan bin ich noch dabei, die letzten Klausuren zu schreiben. Meine Leistungskurse sind Physik, Mathematik und Englisch, weiterhin habe ich noch Chemie und Politik als Prüfungsfächer und den Gedanken an ein Chemiestudium habe ich erst seit relativ kurzer Zeit.
Auch wenn ich Chemie nur als Grundkurs hatte (LK wurde bei uns nicht angeboten), denke ich, dass ich ein Chemiestudium ohne größere Probleme schaffen sollte.

Meine Frage ist nun folgende:
Ich bin, wie wahrscheinlich sehr viele, nicht ganz sicher, an welcher Uni ich studieren soll. Wie ich hörte, sei die Wahl der Uni für das Bachelor-Studium relativ unbedeutend und werde erst mit steigender Qualifizierung immer wichtiger.
Ich habe nun Fragen an diejenigen unter euch, die sich mit Biochemie auskennen. Obwohl ich Biologie nach der 10. Klasse abgewählt habe (leider), interessiere ich mich sehr für Biochemie, Biotechnologie und vieles, was damit zu tun hat und habe auch vor mich im Laufe meines Studiums darauf zu spezialisieren (wahrscheinlich erst im oder sogar erst nach dem Master-Studium).
Können diejenigen unter euch, die sich damit auskennen, mir vllt ein paar Tipps geben, welche Universität dafür am besten geeignet wäre? Für das Bachelor-Studium hatte ich mir die Universität Rostock ausgeguckt, die jedoch wohl Schwerpunkt auf Analytik und Umweltchemie legt. Wäre es sinnvoller, sich gleich eine Universität zu suchen, die ihren Schwerpunkt auf Biochemie legt?

Das ist nun ein sehr langer Text und ich hoffe es werden sich einige finden lassen, deren Ausdauer es zulässt, ihn bis zum Ende zu lesen ^^. Ich möchte nochmal betonen, dass ich, obwohl ich mich (wahrscheinlich) auf Biochemie spezialisieren möchte, das Fach Chemie studieren möchte ^^.


So viel von meiner Seite. Ich hoffe nun auf ein paar Antworten und danke schonmal allen im Voraus, die sich durch diesen Roman wühlen :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 08.04. 2011 09:28 
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Grundsätzlich ist die Wahl der Uni für das Bachelorstudium nicht so wichtig, denn da werden erstmal die Grundlagen vermittelt und eine Spezialisierung mit Wahlfächern kommt erst im Master.
Dennoch sollte man auch im Hinterkopf behalten, dass viele Masterstudiengänge zulassungsbeschränkt sind und es einfacher sein kann an der eigenen Uni nach erfolgreichem Bachelor in den Master zu kommen, als sich bei einer anderen Uni neu zu bewerben.

Wenn du weißt, dass du eher in Richtung Biochemie möchtest und nicht Analytik macht es natürlich schon Sinn gleich an eine Uni zu gehen, die ihren Schwerpunkt mehr auf Biochemie legt. Da könnte man dann beispielsweise auch schon die Bachelorarbeit in einem Arbeitskreis der Biochemie machen und so ein bisschen reinschnuppern.

Die LMU in München bietet einen Bachelor in Chemie/Biochemie an. Also hast du quasi 4 Semester Grundausbildung und im 5. und 6. Semester kannst du ein bisschen Fächer wählen und hast Chemie und Biochemie. Im Master musst du dich dann endgültig entscheiden ob nun reine Chemie oder Biochemie.
Vielleicht informierst du dich mal diesbzgl., falls die München nicht zu weit weg ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 08.04. 2011 13:17 
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Laborratte
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Hey SantaMaria,

erstmal ein dickes Dankeschön für die schnelle Antwort. Die LMU hatte ich auch seit dem CHE-Ranking positiv im Hinterkopf behalten. Dass sie in Bayern liegt und ich aus Niedersachsen komme, sollte kein großes Problem sein, sofern die Uni mich wirklich überzeugen könnte. Ich hatte sowieso vor, eine WG mit einem Schulkameraden zu gründen, der mit mir an derselben Uni Physik studieren möchte.
Ein größeres Problem ist jedoch die Tatsache, dass an der LMU Studiengebühren zu entrichten sind und wohl auch die Lebenshaltungskosten in München nicht die niedrigsten sein sollen. Da ich meinen Eltern nicht allzusehr auf der Tasche liegen möchte, ist das ein relativ wichtiger Punkt für mich.
Wie sieht es denn mit einem Job neben dem Studium aus? Ich hab schon oft gelesen, dass das Chemiestudium wohl sehr zeitintensiv sein soll, sollte man sich da überhaupt noch einen Nebenjob suchen? Denn es ist schließlich nen ganz schöner Happen, neben Lebenshaltungskosten und Wohnungskosten und was sonst noch alles dazukommt 1000 Euro jährlich an Studiengebühren zu zahlen, vor allem weil ich auch nicht weiß, was ich an Bafög bekomme.

mfg, Krimsch

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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 08.04. 2011 15:43 
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Naja, das Leben in München ist nicht das billigste - allerdings wird auch viel geboten. Vor allem das Wohnen wird langsam aber sicher in allen Städten teuer. Ich lebe in Tübingen, was ja verglichen mit München ein Dorf ist und hier zahlt man Mieten wie in München! :shock:

Schon mal den Bafäg-Rechner im Internet benutzt um ungefähr abschätzen zu können ob und wieviel du bekommst?

Jobben neben dem Studium ist hart bis unmöglich. In der vorlesungsfreien Zeit und dann vielleicht auch im Master schon möglich, aber während des Semesters schon ziemlich anstrengend. Wenn man einen Job mit flexiblen Arbeitszeiten hat, dann ist das natürlich sehr hilfreich. Ansonsten ist ein Job, der genug Geld zum Leben abwerfen soll, neben einem naturwissenschaftlichen Studium schon harte Arbeit. Es gibt Leute, die können as, oftmals aber auch mit längeren Studienzeiten....
Das muss man dann selbst für sich rausfinden ob man das alles auf die Reihe bekommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 09.04. 2011 13:14 
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Laborratte
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Alles klar, dann werd ich mich mal darum kümmern, zu erfahren, was ich an Bafög bekommen könnte. Ich hatte in den nächsten Monaten sowieso vor, auserwählte Unis zu besuchen und mir die Stadt anzuschauen.

Wahrscheinlich komme ich dann aber wieder auf die hier angebotene Hilfe zurück :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 11.04. 2011 14:30 
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Laborratte
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Wie bereits erwähnt ist die Wahl der Uni für den Bachelorstudiengang wirklich nicht wichtig. Entscheidend sind eher die angebotenen Schwerpunkte, da diese sich von Uni zu Uni unterscheiden.

Ich bin zur Zeit im 2. FS des Master Chemie an der Uni Leipzig. Da ich mich auch sehr für den Bereich Bioorganik und Biochemie interessiere, diese jedoch aus dem Blickwinkel eines Chemikers, habe ich mich entschieden den Master in Chemie zu absolvieren, aber einige Schwerpunkte aus diesen Bereichen zu wählen. Denke das solltest du dir vielleicht auch einmal überlegen, ob dich mehr die biologischen Aspekte mit Hilfe der Chemie oder die chemischen Aspekte in biologischen Systemen (Stichwort Medikamente, usw.) interessieren.

Vorteil an der Uni Leipzig sind natürlich die nicht vorhandenen Studiengebühren und außerdem eine sehr schöne Stadt. Leider kann ich zum Bachelor Biochemie nicht viel sagen, aber da ich einige Module mit Biochemikern zusammen besuche, war heraus zu filtern, dass der Bachelor sehr lehrreich sein soll. Natürlich hat jede Uni in irgendeinem Bereich schwächen, aber dennoch finde ich, dass der Bereich Chemie/ Biochemie in Leipzig gut vertreten ist. Wenn du ansonsten noch Fragen hast, nur zu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 13.04. 2011 18:54 
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Laborratte
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Hey Cirmen,

um ehrlich zu sein hatte ich mir mein Studium so ähnlich vorgestellt, wie du das deine nun vorgestellt hast. Ich habe auch vor meinen Bachelor und Master in Chemie zu absolvieren, also den Schwerpunkt eben auf Chemie zu legen, allerdings schon während des Studiums in Bereiche wie Biochemie oder Biotechnologie, was mich auch sehr interessieren würde, hinein zu schnuppern. Also, wie du es schon gesagt hast, einen Blick auf diese Bereiche aus dem Blickwinkel eines Chemikers zu werfen. Ich verstehe allerdings nicht genau, was du mit

Cirmen hat geschrieben:
Denke das solltest du dir vielleicht auch einmal überlegen, ob dich mehr die biologischen Aspekte mit Hilfe der Chemie oder die chemischen Aspekte in biologischen Systemen (Stichwort Medikamente, usw.) interessieren.


meinst, bzw. worin der große Unterschied liegt :D

Auf dein Angebot, Fragen bezüglich deines Studiums zu stellen, werde ich bestimmt und auch sehr gerne zurückkommen :)
Eine erste hätte ich bereits:
Ich habe schon des Öfteren von der Uni Leipzig gelesen, aber oft wurden auch negative Aspekte der Universität bemängelt. So soll die Universität an sich nämlich nicht besonders gut aussehen (Ich kann das nicht beurteilen, ich habe keinen Schimmer, wie sie aussieht). Das wäre wohl nur ein Mangel, der die Atmosphäre und nicht direkt die Qualität des Studiums betrifft, aber ist an der Sache was dran?

Da ich jetzt mit meinen schriftlichen Abiturklausuren durch bin und bis zur Entlassung noch etwas Zeit habe, habe ich mir vorgenommen in den nächsten Monaten ein paar Universitäten zu erwählen und sie auch zu besuchen, um mir eine eigene Meinung über Uni und Stadt zu machen. Wenn du sagst, dass dir Leipzig sehr gut gefällt, dann werde ich auch Leipzig einen Besuch abstatten ^^

So, das war's erstmal wieder von mir.
Mfg, Krimsch

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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 18.04. 2011 12:39 
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Laborratte
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Hi Kirmsch,

ich meinte damit einfach nur, dass sich die Betrachtungsweise eines Chemikers und Biochemikers hinsichtlich verschiedener Problematiken unterscheidet. Den Biochemiker interessieren vllt. mehr die biologischen Aspekte, Stoffwechselvorgänge, Faltungsprozesse von Proteinen und Peptiden, Auswirkungen auf DNA usw. halt Vorgänge im Organismus und deren Abläufe, um mit diesem Wissen Krankheiten, Mutationen und der gleichen zu verstehen. Und einen Chemiker interessiert dann die Synthese eines Medikamentes, die genauen chemischen Abläufe von solchen Krankheiten, welche Einflüsse diverse Metabolite aufweisen und soweiter, halt weniger die biologischen aspekte sondern mehr die chemisch molekulare seite. Die Betrachtungsweise unterscheidet sich natürlich immer und so einfach kann es auch nicht dargestellt werden. Hoffe ich konnte dir damit kurz zeigen, wie ich das meine, dass halt die Herangehensweise sich unterscheidet, aufgrund der unterschiedlichen Interessen.

Leipzig besaß bis dieses Jahr keinen wirklichen Zentralcampus, wodurch die einzelnen Fakultäten weit verstreut waren und die meisten Interimsgebäude eben nur zum Zweck da waren, bis dieser Campus fertig gestellt wurde. Jedoch bezog sich das vorwiegend auf die Sprach-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaften. Die Naturwissenschaften und die Medizin sind alle getrennt in einem Bereich in Leipzig zu finden (auch Nahe am Zentrum nur ein wenig entfernt). Das Zentralgebäude der Fakultät für Chemie und Mineralogie ist ein Neubau (glaube 2003 fertig gestellt) und die anderen etwas "älteren" Gebäude werden zur Zeit rundum saniert. Des Weiteren ist die Ausstattung sehr modern und somit sind keine alten Labore vorhanden, alle sogar klimatisiert ;). Da du dich auch ua. im Bereich Biotechnologie interessierst ist zu erwähnen, dass gleich eine Haltestelle weiter der Chemiefakultät die "Biocity" liegt. Das ist ein großer Komplex in denen Biotechnologiefirmen sesshaft sind, ua. auch 2 Arbeitskreise wodurch man auch tuchfühlung zu den Firmen hat.

Bei weiteren Fragen nur zu oder per PN an mich :).

Wünsch dir viel Erfolg bei Abi!

mfG, Cirmen


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 Betreff des Beitrags: Re: Beratung erwünscht!
BeitragVerfasst: 18.04. 2011 19:25 
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Laborratte
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Registriert: 07.04. 2011 16:42
Beiträge: 11
Wohnort: Rostock
Hoho, was du über Leipzig und die Fakultät zu berichten weißt, hört sich schon mal gar nicht so schlecht an und Leipzig wäre im Grunde noch ein Ort, zu dem ich hinziehen wollen würde ... nicht zuuuu weit weg, meine ich damit.

Und zu meinen Interessen kann ich eigentlich nur sagen, dass ich darüber nicht so viel sagen kann! Im Grunde habe ich mich auch erst im Laufe des letzten Schuljahres für das Studium der Chemie entschieden, vorher hab ich mich z.B. für einen dualen Studiengang als Bankkaufmann beworben, doch relativ schnell gemerkt, dass es wohl nichts für mich wäre. Da Chemie mein bestes Fach ist und ich es sehr interessant finde, habe ich mich für das Studium entschieden, doch es ist eben nicht das einzige Fach. Physik und Biologie gefällt mir eben auch sehr gut, sodass ich dir nicht genau sagen kann, ob mich jetzt eher die chemische Betrachtungsweise oder eben die biologische interessiert. Ich glaube ich habe auch viel zu wenig Ahnung davon (NOCH!), um eine Aussage zu treffen, die zufriedenstellend wäre.

Der letzte Abschnitt soll nun aber auch nicht den Gedanken wecken, dass ich gänzlich unentschieden wäre. Das war ich vor meiner Entscheidung auf jeden Fall. Ich war innerlich einfach nicht wirklich zufrieden, wenn ich im Anzug zu Vorstellungsgesprächen in Banken erscheinen musste (nicht, dass ich etwas gegen Anzüge hätte, es waren wohl eher die Banken). Seit ich mich für Chemie entschieden habe, bin ich was das angeht ziemlich entspannt und ruhig ... ich glaube, dass die Entscheidung auf jeden Fall richtig war. Das einzige, was ich in den nächsten Monaten eben noch klären muss, ist, welche Universität sich glücklich schätzen darf, mich als Studenten unterrichten zu dürfen ( :P )

Ich werde mich also sehr wahrscheinlich wieder bei dir melden, wenn ich damit beginne, meine Bewerbungen zu verschicken. Bis dahin schon mal ein dickes DANKE, dass du mir deine Hilfe anbietest.

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