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 Betreff des Beitrags: Chemiestudium - brauche euren Rat!
BeitragVerfasst: 15.08. 2010 12:19 
Halli hallo!

Ich habe momentan folgendes Problem:
Ich habe am Freitag eine Zusage für ein Chemiestudium an der Uni Hamburg bekommen und habe jetzt nur wenige Tage Zeit, mir zu überlegen, ob ich ihn annehme oder nicht. Die andere Möglichkeit wäre Rostock. Bis jetzt habe ich von Rostock viel Positives gehört, wie z.B. gute Laborausstattung und enges Verhältnis zu den Professoren. Dazu kommt, dass dort keine Studiengebühren zu zahlen sind, sondern nur ein Semesterbeitrag von 116€. In Hamburg müsste ich Studiengebühren in Höhe von 375€ plus 258€ Semesterbeitrag zahlen. Das ist natürlich ein ziemlicher Unterschied, vor allem, da ich auch nicht gerade im Geld schwimme. Für Hamburg spricht wiederum die Stadt selbst und auch die Nähe zu meiner Familie (komme aus Lübeck) und zu Freunden (Pinneberg, Bad Bramstedt; wenn ich den Platz in Hamburg annehmen sollte, könnte ich auch bei einem Freund in Pinneberg wohnen und müsste dann halt pendeln). Und da ich auch schon meine ganze Jugend über psychische Probleme habe, letztes Jahr auch besonders schlimm, ist mir der Halt durch Freunde und Familie auch sehr wichtig. In Rostock würde ich niemanden kennen und da ich auch große Probleme habe, auf andere zuzugehen und mich ihnen gegenüber zu öffnen, habe ich Angst, dass ich da vielleicht wieder in ein Loch fallen würde. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ein "Neuanfang" in einer anderen Stadt für mich eine Forderung und Förderung oder eine Überforderung wäre. Andererseits wäre finanziell gesehen Rostock wohl die bessere Wahl und vielleicht auch Uni-technisch gesehen.
Also meine Bitte an euch wäre jetzt mir eure Erfahrungen zu Hamburg und Rostock mitzuteilen und mir einen Rat zu meiner persönlichen Situation zu geben. Ihr seid ja schon am studieren und ich würde mich freuen, wenn ihr mir sagen könntet, was eurer Meinung nach den größten Einfluss auf das Studium hat oder worauf es am meisten ankommt: die Uni, die finanzielle Situation, der Halt durch Freunde/Familie. Was davon ist euch am wichtigsten, was hat Priorität? Denn einerseits denke ich, sollte man doch vorrangig auf die Uni schauen, andererseits hat aber der Halt durch Familie/Freunde auch einen sehr großen Wert und großen Einfluss auf das "Wohlgefühl" und je besser man sich fühlt, desto erfolgreicher ist man im Studium, oder?
Also, lange Rede, kurzer Sinn: ich würde mich freuen, wenn ihr zu meiner Situation einfach euren Senf abgeben würdet :wink:

Viele liebe Grüße
Anna

PS: Weiß jemand von euch vielleicht auch, wie das mit den Schwerpunkten in Hamburg und Rostock aussieht?


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 Betreff des Beitrags: Re: Chemiestudium - brauche euren Rat!
BeitragVerfasst: 16.08. 2010 12:46 
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Registriert: 02.08. 2004 16:01
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Ich kenne weder Hamburg noch Rostock, kann also dazu nichts sagen.
Kann dir meine Erfahrung bzgl. neuer Stadt/Uni etc. schreiben, allerdings ist jeder anders und so kann niemand im Vorraus sagen wie du auf eine neue Situation reagieren wirst.

Komme aus Südbayern und bin nach dem Abitur ins 300 km entfernte Frankfurt gezogen um Chemie zu studieren. Hab dort bis zum Vordiplom studiert und konnte es kaum abwarten wieder dort wegzukommen. Habe Frankfurt gehasst, einfach keine schöne Stadt zum leben, jedenfalls nicht für mich. Habe mich also persönlich dort nicht wohl gefühlt.

Die Uni war nicht besonders modern und in den ersten Semestern waren sowohl Labors als auch Hörsäle hoffnungslos überfüllt.
Bin kein besonders extrovertierter Typ, aber wenn du mit den gleichen Leuten 5 Tage die Woche von 8-18 Uhr an der Uni rumhängst, dann lernt man sich ganz automatisch kennen. Da müsste man schon wirklich sehr antisozial eingestellt sein, wenn man nicht mit Leuten ins Gespräch kommen würde und sich gegenseitig ein wenig im Labor helfen würde.

Die Nähe zu Familie/Freunde kann für den ein oder anderen hilfreich sein. Die Frage ist halt wieviel Zeit du für diese hättest bei dem umfangreichen Pensum im Chemiestudium.
Und gerade wenn du nicht so offen auf Menschen zugehst, dann wäre vielleicht eine kleine, persönlichere Uni besser für dich, als eine Massenuni an der man dann gerne in der Masse untergeht, weil man sich nicht traut mit Dozenten zu reden/Fragen zu stellen oder sich zu einer Gruppe von Studenten zum Quatschen dazu zu stellen.

Es gibt hier keinen hilfreichen Rat. Es hängt von deiner Persönlichkeit ab und davon wie schnell/gut du dich auf neue Situationen einstellen kannst.
Auf ewig wirst du aber auch nicht 'daheim' wohnen können. Also wäre jetzt vielleicht die Gelegenheit den Schritt hinaus zu wagen. Man kann ja auch mal am Wochenende nach Hause fahren.


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