Ich hab mal ein bißchen nachgeforscht:
Zur Theorie:
Die Idee dabei ist grundsätzlich, daß man die geöffnete Flasche mit dem (Silber-)Löffel zurück in den Kühlschrank stellt. Der Löffel soll nun dafür sorgen, daß sich die Flasche schneller abkühlt und so die in kalter Flüssigkeit besser lösliche Kohlensäure länger in der Flasche hält.
Deshalb sollte es auch nach Möglichkeit ein Silberlöffel sein, der die Wärme wesendlich besser leitet als Stahl.
Dazu wurden von verschiedenen Gruppen Experimente gemacht:
- Hobbyforscher konnten im Experiment zeigen, dass eine Flasche mit Löffel nach einer Stunde um drei Grad kälter war als eine ohne Löffel. Nach einer Nacht im Kühlschrank fanden sie in der Silberlöffelflasche eindeutig mehr Kohlensäure als in der anderen.
- Zu einem anderen Ergebnis kommt das Fraunhofer Institut für Chemische Technologie. Hier maßen Forscher die Veränderung der Temperatur einen Zentimeter über der Sektoberfläche über einen Zeitraum von zwei Stunden. Dabei konnte eine schnellere Abkühlung mit Löffel nicht nachgewiesen werden.
- Auch die britische Zeitschrift "New Scientist" wollte es wissen und opferte drei Flaschen Champagner. Die Redakteure stellten die erste halb geleerte Flasche nebst Löffel in den Kühlschrank. Zwölf Stunden später sprudelte der Schampus noch; selbst nach 24 Stunden perlte noch Kohlensäure aus. Im zweiten Versuch steckten sie nur in eine von zwei Flaschen einen Löffel. Dann gaben sie innerhalb der nächsten vier Tage Probanden eine Probe aus beiden Flaschen zu trinken. Und siehe da: Die Freiwilligen konnten keinen Unterschied zwischen dem Sekt aus der einen und dem aus der anderen feststellen. "Beide Flaschen verloren ihre Kohlensäure exakt gleich schnell", schreibt "New Scientist". Erst nach mehr als vier Tagen war der Sekt völlig schal.
Ich persönlich würde eher dem Frauenhofer Institut und dem "New Scientist" vertrauen, aber wirkliche Einsicht wird wohl nur der Selbstversuch bringen.
So macht Wissenschaft doch Spaß, oder?
Q.