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 Betreff des Beitrags: Wasserenthärtung mit Oxalsäure
BeitragVerfasst: 02.06. 2005 08:33 
Hallo,

meine Eltern haben eine Gärtnerei, ich bin auch Gärtner, arbeite aber in der IT-Branche und bin sozusagen Hobbygärtner mit nem 400m² Glashaus ;)

Zum Problem:
Wir brauchen im Sommer täglich etwa 400-800l Giesswasser (Das Wasserbecken hat 800l). Unser Brunnenwasser hat eine Härte von ca 24°DH.
Das entspricht meines wissens etwa 24Kg Kalk auf 1000l also gilt es ca 19kg Kalk zu lösen.
Da eine Wasserhärte von etwa 5-10° wünschenswert ist, sollten also pro "Anwendung" = täglich ca 13kg Kalk gelöst werden.
Frage:
- Wieviel Oxalsäure (mal mit 100% Säure kalkuliert) muss ich in's Becken kippen damit ich die gewünschte Wasserhärte habe?
-Gibt es durch den Umwandlungsprozess irgendwelche schädlichen Abbauprodukte (auch Gase, das Gewächshaus ist nachts nicht gelüftet) bei manchen Säuren + Kalk entsteht Wasserstoffgas??
- ein Teil des Kalks flockt meines Wissens aus, setzt er sich auf dem Beckengrund ab, oder wird der mit rausgepumpt?
- Wie lange dauert der Prozess? Das Grundwasser aus der Pumpe hat 7-9°C

Gruß und Danke!

Albert


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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 08:58 
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Moin,
du willst also 800 Liter von 24°dH auf 10°dH runterbringen. Faustformel ist da glaub ich pro 1000 Liter Wasser Zugabe von 22,5 Gramm Oxalsäure um je 1°dH reduziert.
Du brauchst also 252g Oxalsäure für 800l.
Das gebildete Oxalat wird dann zumindest teilweise ausflocken, vielleicht dabei am Boden verkrusten, was ärgerlich wäre, aber mit ner Schaufel und viel Gefluche wieder rausgeht.

Q.

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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 09:16 
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24ºDH sind 240mg CaO/l oder 171mg Ca2+/l
wenn du zwischen 5 und 10 liegen willst (ich hab mal 7 angenommen)
willst du nur mehr 50mg Ca2+ im Wasser haben.
das heisst du musst 121mg Ca / l ausfaellen.
das sind 3.03 millimol Ca2+
das heisst du musst 3.03mmol H2SO4 oder Oxalsaure zugeben.
das sind 309mg Schwefelsaure (96%) das sind bei einer Dichte von 1,84g/l, 570ml Schwefelsaeure.

bei der Oxalsaeure ist das 272mg /l

das heisst die ergebnisse musst du noch mit deinen litern multiplizieren.

sind bei 800 litern dann 217gramm
da ich leider keine ahnung von gaertnerei habe, frage ich mich mal grad ob du das nicht auch mit schwefelsaeure machen kannst, da diese auch die Ca-ionen ausfaellt. bleibt dann als CaSO4 (Gips) ueber. der Niederschlag wuerde dann am boden absinken, und untn leigenbleiben.
irgendwann sollte man das aber auch rausholen.

probleme mit Gasentwicklung gibts eigentlich nicht
wie lange das bei einer temperatur von 8ºC dauert, weiss ich nicht, da ich leider die kinetischen daten dazu nicht habe, es sollte aber reichen, wenn du das am abend reinkuebelst, dass es in der fruehe fertig ist.
sag ich mal so

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Zuletzt geändert von Nick am 02.06. 2005 12:30, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 10:27 
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Mit 112mg/l wären das grade mal ca. 90g/800 Liter.

Du hast da die falsche Definition der Wasserhärte genommen, denn

Sehr hartes Wasser: über 21° deutsche Härte = über 3,8 mmol/l (Minatol AG)

bzw.

Definition der Wasserhärte:
1 °dH = 0,18 mmol/l Erdalkalien. Das sind 7,1 mg Ca2+- oder 4,3 mg Mg2+-Ionen pro Liter Wasser. (Prof. Blumes Medienangebot)

nach dem zweiten wären also 24°dH 4,32 mmol/L Erdalkalisalze, also das dreifache der von Nick genannten Menge. Dann kommt das mit den ca. 250g/800l auch wieder hin.

Q.

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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 11:09 
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Also das ausgeflockte Oxalat könnte man ja zumindest teilweise mit einer Filtervorrichtung rausbekommen ...

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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 11:37 
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ich versteh was nicht

1ºDH = 0.18 mmol Erdalkalien
10 mg CaO/l
7.15mg Ca2+/l
wenn er einen DH von 24º hat, sind das
24ºDH = 4.28 mmol Erdalkalien
240 mg CaO/l
171mg Ca2+/l
er will einen DH von 7º haben, das sind
7ºDH = 1.25 mmol Erdalkallien
70mg CaO/l
50,03 mg Ca2+/l

in 800 litern muss er dann (171-50)*800=96800mg Ca2+ als oxalat faellen das sind 96,8g. Diese sind 2,42mol. 2,42mol Oxalsaeure braucht man dafuer- das sind 218g Oxalsaeure.


wo war der fehler?

oder hab ich mich wieder verrannzt?

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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 11:57 
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Hihi, wenn wir so weitermachen haben wir den guten Albert bald komplett verwirrt *g*

Ok, also nochmal von vorn, Schritt für Schritt, vielleicht kommt diemal ja wieder was anderes raus:

Von 24°DH wollen wir runter auf 7°DH, also 17°HD
Pro °DH müssen 0,18 mmol/l entfernt werden, also 17 x 0,18mmol/l = 3,06 mmol/l
mal 800l = 2,448 mol
Mal 90 (Molgewicht Oxalsäure) = ca. 220g pro 800l

Supi, dann stimmt das so.

Nick, du hattest bei deinem ersten Beitrag geschrieben
"bei der Oxalsaeure ist das 112mg /l
das heisst die ergebnisse musst du noch mit deinen litern multiplizieren."
112 mg mal 800 Liter ist aber grad mal 90 g Oxalsäure, da war also irgendwo der Wurm drin.

Diese Faustformel mit 22,5g pro 1000l und °DH ist also anscheinend etwas großzügiger als wir.

Q.

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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 12:31 
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habs ausgebessert :)

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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 13:08 
Zugegeben, es war zeitweise etwas unübersichtlich, die Geschichte mit Mol und den Kram hab ich auch mal lernen müssen (während der Le(e)hre) aber ich denke ich bin durchgestiegen.
220g "Wirkstoff" werden Benötigt, lt. Sicherheitsdatenblatt habe ich eine Konzentration von 99,6% also werden 221g benötigt.

So, da geht's dann weiter, im Sicherheitsdatenblatt wird was von giftigen Dämpfen beschrieben?
Irgendwelche Imker setzen diese Dämpfe sogar zur bekämpfung irgendwelcher Bienenfressviecher ein?! (google)

Das Oxalat kann ich über den Hausmüll entsorgen?

Bis zu welcher Temp ist das ganze stabil? Im Gewächshaus kann es im sommer problemlos mal 45-50° warm werden.
Kann ich das ganze (25kg Sack) zusammen in einer Holztruhe neben Düngemitteln(überwiegend irgendwelche salze) lagern?

Fragen über Fragen.
Wobei ich die Hits/Antwortquote gigantisch finde!

Gruß und danke!

Albert


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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 13:26 
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schau vor allem nach, ob Du Oxalsäure oder Oxalsäure-Dihydrat hast. Oxalsäure ist gesundheitsschädlich. R21/22 und S 24/25. Der Schmelzpunkt ist bei 101°C und der Siedepunktbei 150°C, da sollte es also keine Probleme bei der Lagerung geben.


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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 13:29 
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wenn Du Oxalsäure-Dihydrat hast, dann sind es übrigens ca. 310g, die Du reinkippen musst (Molmasse statt 90 g/mol ist dann 126,03 g/mol)


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BeitragVerfasst: 02.06. 2005 13:53 
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Entsorgung über den Hausmüll dürfte kein Problem sein, das Zeug kommt schließlich natürlicherweise in Klee und Rhabarber vor. Was die Lagerung angeht, solltest du es trocken aufbewahren.

Q.

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BeitragVerfasst: 03.06. 2005 16:26 
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ich weiss zwar nicht was passieren soll, wuerde aber trotzdem die saecke mit den verschiedenen chemikalien in unterschiedlichen saecken nochmal einpacken.
Calziumoxalat ist eigentlich entsorgbar im hausmuell, frag aber noch mal bei einer problemstoffsammelstelle.
oxalsaeure ist temperaturstabil, (bei normaler temp), solltest bei der handhabung handschuhe und staubmaske benutzen.

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