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nach dem vielen Rumraten was von den neuen Studiengängen zu halten ist, habe ich mal bei Bayer nachgefragt und eine Stellungnahme zur Einschätzung der neuen Abschlüsse bekommen (Vielen Dank, Herr Pfenning!).
Das vollständige Memo der Arbeitgeberverbände der chemischen Industrie füge ich weiter unten ein, ein paar Sachen will ich aber vorher zusammenfassen, da das Memo selber nicht grade in Klartext geschrieben ist:
Allgemein kann man sagen, daß die Unternehmen im Moment abwarten, was die neuen Strukturen taugen und ob die Unis und FHs eine für die Industrie sinnvolle Ausbildung auf die Beine stellen.
Am besten kommt dabei noch der Master weg, für den im großen und ganzen gefordert wird, daß er dem Diplom entspricht - was an den meisten Unis ja auch so ist, da sie beide Abschlüsse gleichzeitig verleihen.
Mit dem Bachelor sieht das nicht ganz so gut aus... Der BDA (Bundesvereinigung deutscher Arbeigeberverbände) fordert, daß der Bachelor die Hauptqualifikation an den Unis und FHs wird. Das wird von den Arbeitgeberverbänden der Chemischen Industrie (BAVC und VCI) aber abgelehnt, die fürcheten, daß die " "typischen Erwartungen" der Unternehmen an die jeweils fachüblichen Berufsqualifikationen von Absolventen" nicht erfüllt werden. In Klartext: Sie wissen nicht ob ein Bachelor genug auf dem Kasten hat.
Diese Unsicherheit wird noch einmal "im Interesse der Studierenden" hervorgehoben, was ich für ein klare Warnung halte.
Es folgen einige Statements zur Umstellung und Qualitätssicherung auf die ich jetzt nicht eingehen möchte, dann wirds nochmal spannend:
Die Chemiearbeitgeber gehen nicht von einer Gleichwertigkeit der Abschlüsse von Uni und FH aus, jedenfalls nicht was die Tarifpolitik angeht.
Es wird ebenfalls betont, das zwar an beiden Hochschularten Bachelor und Master vergeben werden sollen, aber "ohne dabei jedoch die jeweiligen Bildungsziele dieser Hochschularten in Frage zu stellen", also an den FHs weiter Ingenieure auszubilden und nicht einen einheitlichen Mischmasch von Uni und FH.
Fassen wir mal zusammen: Die Industrie ist genau so gespannt wie wir was sie von den neuen Studiengängen halten soll. ("Die Abnehmerseite, also die jeweiligen Unternehmen, muss und wird sich von der Qualität der Bachelor- und Masterabsolventen überzeugen...")
Ich persönlich habe den Eindruck, das in diesem Memo eine eher ablehnende oder zumindest abwartende Haltung gegenüber den Veränderungen rüberkommt. Diese Einschätzung wird auch von Herrn Pfenning (Bayer AG) in seiner Mail an mich unterstützt:
"Es ist, wie auch beschrieben, aus unserer Sicht heute zu früh, hier eine
eindeutige Aussage zu treffen.
Der Haupteinstellschwerpunkt unseres Unternehmens liegt bei Chemikern derzeit auf der Promotion. Diplomchemiker werden gelegentlich für präparative Arbeiten in Syntheselabors eingesetzt."
So, jetzt kommt noch das eigendliche Memo, viel Spaß beim lesen... *G*
Q.
Stellungnahme zum Entwurf des BDA-Memorandums zur gestuften Studienstruktur (Bachelor/Master) vom 14. Juli 2003
Kein "Regel-Bachelor"
Die im BDA-Memorandum erhobene Forderung, dass der Bachelor der Regelabschluss an deutschen Hochschulen werden muss, ist nach Auffassung von BAVC und VCI zu strikt und zu weitgehend. Der zentrale Aspekt, den es in diesem Zusammenhang sorgfältig zu diskutieren gilt, betrifft die im BDA-Papier zu Recht als essentiell genannte Voraussetzung des Erwerbs einer ersten Berufsbefähigung mit einem derartigen "Regel-Bachelor". Das Problematische an der monolithischen Forderung nach Einführung des Bachelors als Regelabschluss sieht die chemische Industrie darin, dass dies den gewachsenen Unterschieden zwischen den Fächerkulturen an unseren Hochschulen und den Bedürfnissen der verschiedenen Wirtschaftsbranchen nicht gerecht wird. Diese Unterschiede manifestieren sich nicht zuletzt in deutlichen Verschiedenartigkeiten der Hochschulausbildung und - damit einhergehend - der vermittelten Berufsqualifikationen, wobei sich in vielen Fächern insgesamt bewährte studiengangspezifische Ausprägungen entwickelt haben. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass diese strikte Forderung der BDA nicht hinreichend dem Umstand der "typischen Erwartungen" der Unternehmen an die jeweils fachüblichen Berufsqualifikationen von Absolventen der verschiedenen Studiengänge Rechnung trägt.
Das Attribut "generalistisch" im Sinne eines Markenzeichens für den Bachelor halten wir für bedenklich. Die Qualität der Bachelor-Ausbildung ? dies gilt mit Sicherheit in den Natur- und Ingenieurwissenschaften - steht und fällt in erster Linie mit der Vermittlung fundierter fachlicher Qualifikationen. Um dies zu gewährleisten, sollte das Bachelor-Studium als solide grundständige Hochschulbildung so angelegt sein, dass die Breite des Faches vom entsprechenden Curriculum abgedeckt wird. Im Bachelor-Studiengang sollten Vermittlung und Erwerb überfachlicher Kompetenzen in die fachbezogene Ausbildung integriert werden.
Master-Abschluss als de facto-Berufsbefähigung in den Naturwissenschaften
Im Rahmen der an unseren Hochschulen beispielsweise in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Diplom-Studiengängen etablierten und anerkannten Ausbildung erwerben die Studierenden ihre de facto-Berufsbefähigung mit dem zugehörigen Diplom-Abschluss. Obligater Bestandteil dieses Abschlusses ? auch im Sinne eines Qualitätsmerkmals - ist die Anfertigung einer eigenständigen Diplomarbeit durch die Studierenden. Die abwartende Haltung der chemischen Industrie gegenüber dem Bachelor resultiert aus der Unsicherheit, ob Bachelor-Studierende innerhalb eines vermutlich überwiegend als dreijähriges Curriculum organisierten Studiengangs die für einen Berufseinstieg primär geforderten fundierten Fachqualifikationen tatsächlich erwerben können. Viele Arbeitgeber der Chemiebranche werden an den von Bewerbern aus natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen mitzubringenden hohen fachlichen Berufsqualifikationen festhalten.
Aus Sicht von BAVC und VCI ist daher eher zu erwarten, dass ? zumindest für diese beiden Fächergruppen ? der erste de facto-berufsbefähigende Abschluss der Hochschulausbildung in der Regel der Master sein wird. Vor diesem Hintergrund ist zu sehen, dass sich BAVC und VCI für die Sicherung der Äquivalenz der beiden Abschlüsse "Diplom" und "Master" bezüglich Qualität und Anforderungsstandards der jeweils zu diesen Abschlüssen führenden Studiengänge aussprechen.
An dieser Stelle sei außerdem darauf hingewiesen, dass viele Fachbereiche Chemie die von ihnen angebotene universitäre Chemikerausbildung in Anlehnung an die mit der "Würzburger Denkschrift" vor einigen Jahren dargelegten Vorschläge zur Reform des Diplomstudienganges bereits auf eine konsekutive zweizügige Studienstruktur (6 Semester Basisstudium mit Kerncurriculum Chemie + 4 Semester profilbildendes Studienangebot) umgestellt haben. Für diese Studienstruktur gilt, dass das erfolgreiche Absolvieren des Basisstudiums nicht mit dem Erwerb eines berufsbefähigenden Abschlusses verknüpft ist.
Letztlich wird der Markt darüber entscheiden, ob Bachelor-Absolventen realistische Berufseinstiegsperspektiven haben. Im Interesse der Studierenden halten wir es für geboten, auf diese zurückhaltendere Einschätzung der chemischen Industrie bezüglich der Berufsbefähigung und somit der Arbeitsmarktchancen von Bachelor-Absolventen aus zweistufigen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen hinzuweisen.
Auf eine weitere Problematik ist in diesem Zusammenhang ebenfalls hinzuweisen: An den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fachbereichen der Hochschulen wird es zu ernsthaften Ressourcenengpässen kommen, wenn die für die staatlichen Hochschulen verantwortliche Politik bei der Mittelbereitstellung für die Fakultäten künftig davon ausgeht, dass auch die Studierenden dieser Fächer mehrheitlich die Hochschulen mit dem Bachelor verlassen. Da eine international wettbewerbsfähige Hochschulausbildung in den natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen mit vergleichsweise hohen Kosten einhergeht, sind die betreffenden Fachbereiche auch künftig mit angemessenen Mitteln für die Gestaltung der Studiengänge auszustatten, damit den Studierenden weiterhin eine qualitätsbezogene Ausbildung angeboten werden kann.
Doktorandenstudium für ausgewählte Bachelor-Absolventen
Überdurchschnittlich begabten und motivierten Studierenden sollte ermöglicht werden, direkt im Anschluss an ein Bachelor-Studium ein Doktorandenstudium mit definiertem Curriculum aufzunehmen. Zu einem solchen Promotionsstudium gehören verbindliche Vorlesungen, Seminare und Übungen - neben der eigenständigen Forschung zu Dissertationszwecken. Für die Sicherung der Qualität bei der Auswahl dieser Studierenden tragen die Hochschulen die Verantwortung. Die Auswahlkriterien sollten transparent gemacht werden.
Dies entspricht der Praxis an führenden US-amerikanischen Universitäten, die exzellente Nachwuchswissenschaftler mittels dieser Förderung von "Spitzen-Bachelors" gezielt heranbilden.
Übergangsphase zwischen neuen und herkömmlichen Studiengängen
In der jüngeren Vergangenheit haben viele Fachbereiche der Natur- und Ingenieurwissenschaften ihre Diplomstudiengänge mit dem Ziel einer stärkeren Internationalisierung reformiert, indem die Studienangebote durch Einführung von Modulen mit ECTS-basierten Leistungsnachweisen curricular neu organisiert wurden. Für eine Übergangszeit bei der Einführung der internationalen zweistufigen Studienstruktur ist es im Interesse der Studierenden, wenn seitens der Hochschulen weitgehende Durchlässigkeit zwischen derartigen Diplom-Studiengängen und fachlich kompatiblen konsekutiven Bachelor- und Master-Studienangeboten sichergestellt wird.
Die Ausbildung in bereits reformierten Diplomstudiengängen sollte nichtsdestoweniger möglichst rasch auf die zweizügige internationale Struktur umgestellt werden. Allein aus Gründen der Ineffizienz des Ressourceneinsatzes ist es als kritisch zu bewerten, wenn Fachbereiche für einen Studiengang dauerhaft parallele Studienangebote vorhalten. Das Nebeneinander eines Diplomstudienganges und einer korrespondierenden Bachelor-/Master-Ausbildung ist zudem der Profilbildung abträglich und schmälert die Wettbewerbsfähigkeit des Fachbereiches.
Qualitätssicherung
Die Forderung nach Einheitlichkeit der Qualitätskriterien ist problematisch, da sie den Unterschieden zwischen den Fächern und den von diesen eigenverantwortlich zu entwickelnden Studienangeboten nicht gerecht wird. Die Forderung nach Verbesserung der Transparenz der Qualitätskriterien betrifft primär die Fachbereiche selbst. Sie haben die originäre Aufgabe, sowohl die Studierenden als auch die Abnehmer von Absolventen über die Inhalte und angestrebten Qualitätsziele des betreffenden Studienangebotes umfassend zu informieren. Als Grundlage hierfür bieten sich die Diploma Supplements an. Darüber hinaus legen die Akkreditierungsagenturen fest, welche Qualitätsanforderungen ein Studiengang zur Erlangung der Akkreditierung zu erfüllen hat.
Eine institutionelle Akkreditierung auf Fachbereichsebene ist nicht sachgerecht und zielführend. BAVC und VCI lehnen daher eine derartige Akkreditierung ab. Jedes Studienangebot gehört auf den Qualitätsprüfstand und bedarf somit einer gründlichen Akkreditierung.
Tarifpolitische Implikationen
Bei der im Memorandums-Entwurf postulierten Gleichwertigkeit der Abschlüsse an Fachhochschulen und Universitäten gilt es unter tarifpolitischen Gesichtspunkten die Reichweite dieser Aussage und deren Implikationen auf bestehende Entgeltstrukturen zu bedenken. Ohne empirische Evidenz ? die gegenwärtig noch fehlt - zur arbeitsmarktbezogenen Wertigkeit und damit auch zu einer möglichen Gleichwertigkeit von Abschlüssen an Fachhochschulen und Universitäten ist aus Sicht der Chemiearbeitgeber gegenwärtig von jedweder präjudizierenden Gleichwertigkeitsaussage abzusehen. Dies gilt umso mehr, solange herkömmliche Graduierungen wie z.B. der Diplom-Abschluss, bei dem nach der verleihenden Bildungsinstitution unterschieden wird, neben den neuen Graduierungen Bachelor und Master bestehen. Hierbei wird auch nicht außer Acht gelassen, dass die erfolgreiche Einführung der neuen Studiengänge insbesondere auch von ihrer Arbeitsmarktakzeptanz abhängen wird. Die Abnehmerseite, also die jeweiligen Unternehmen, muss und wird sich von der Qualität der Bachelor- und Masterabsolventen überzeugen und über die arbeitsmarktbezogene Wertigkeit der neuen Abschlüsse an Fachhochschulen und Universitäten entscheiden. Die Entgelttarifpolitik wird diesen Bewertungsprozess begleiten und zu gegebener Zeit mit gestalten.
Dessen ungeachtet sollen Bachelor- und Masterstudiengänge gleichermaßen an beiden Hochschularten angeboten werden, ohne dabei jedoch die jeweiligen Bildungsziele dieser Hochschularten in Frage zu stellen.
Wiesbaden / Frankfurt, 28. Juli 2003
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. Verband der Chemischen Industrie
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Hallo Q.!
Danke für deine Mühe, ich finde das Posting sehr interessant und aufschlußreich. Vor allem sollten es alles Studienanfänger und Leute im Grundstudium lesen, die sich vielleicht noch zwischen Bachelor/Master und Diplom entscheiden können. Das Statment von Bayer repräsentiert sichlich die Meinung der chemischen (Groß)Industrie. BASF und Co. werden wohl nicht anders denken.
Das Memo ist nicht von Bayer selber, sondern von der BAVC und der VCI, beides Arbeitgeberverbände der Chemischen Industrie, also von quasi von allen Chemiefirmen.
Haben Bachelor-Studiengänge dann hauptsächlich "nur" den Vorteil, dass man nach dem Abschluss gleich ins Berufsleben gehen kann?
Ist es nicht gleich besser Master anzuschließen?
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ich denke mal, ein reiner Bachelor hat zur Zeit keinen Vorteil. Aber es tut sich immerhin ein bißchen was: so gibt es immer mehr Aufbau-Studiengänge, wo man zum Beispiel mit einem Bachelor in Chemie sich dann spezialisieren kann (Biochemie, Kristallographie, medizinische Chemie...). Als Berufseinstieg eignet sich der Bachelor meiner Meinung nach aber noch nicht. Ich würde auf jeden Fall einen Master egal wo dann genau machen.
Betreff des Beitrags: Kommentar von jemandem der den Quatsch schon hinter sich hat
Verfasst: 26.05. 2005 10:56
Also, ich habe schon an einer Uni meinen Chemie-Master hinter mir, an der es parallel auch noch Diplom-Chemie gibt.
Zuerst sollte jedem klar sein, dass man mit dem Bachelor nicht weit kommen wird und von Chemikern nach wie vor eine Promotion verlangt wird, wenn sie einen ordentlichen Job wollen.
Die Unterschiede zwischen B.Sc./M.Sc. und dem Diplomstudiengang stelten sich wie folgt dar.
Diplom: Viele Wahlmöglichkeiten was die Verantstaltungen angeht, dafür aber oft lange Studiendauer (mit 11 Semestern sollte man schon rechnen)
B.Sc./M.Sc.: Sehr verschult, dafür kann mans wirklich in 9 Semestern durchziehen (oder 10 je nach Hochschule)
Inhaltlich sind die neuen Studiengänge an den meisten Hochschulen aber nur alter Wein in neuen Schläuchen.
Ein Vorteil besteht darin, nach dem Bachelor relativ Problemlos an eine andere Uni wechseln zu können ("relativ" bedeutet, dass es trotzdem noch ein ziemliger Stress sein kann). Hier sollte beachtet werden, dass es (noch) schwierig ist, Fördermittel für ein Masterstudium im Ausland aufzutreiben, kostengünstiger geht man immer noch per ERASMUS ins Ausland.
Würdest du nochmal Master machen oder doch eher Diplom?
Ich hätte das Glück es mir noch aussuchen zu dürfen. Dachte bisher immer Diplom wär besser da ich was gehört habe das bei Bachelor/Master auch Noten von ganz am Anfang zählen und ich meist bissel faul bin und erst zu Prüfungen alles raushole...
Also für mich persönlich war der Grund, gleich auf den Bachelor/Master-Zug aufzuspringen, der, dass ich nach dem Bachelor ins Ausland wollte um dort meinen Master zu machen (was auch klappte, ich hab dann in der Schweiz studiert).
Du hast das mit den Noten ja schon angesprochen: Beim Bachelor gibt i.d.R. am Ende jedes Semesters Prüfungen in allen Fächern die Du in dem Semester hattest, die Noten dieser Prüfungen zählen dann auch für die Note des Bachelorabschlusses. Bei vielen Hochschulen ist ein Master nur möglich, wenn der Bachelor mit 2,5 oder besser abgeschlossen wurde. Das hört sich erst mal schlimm an, aber in der Chemie fallen die Noten immer gut aus und 2,5 ist kein Problem (die Noten in den ersten zwei Semestern fallen nicht gut aus, aber dann werden sie immer besser).
Du bist also jedes Semester im Prüfungsstress. Das hat aber auch einen Vorteil: Du bekommst jedes Semester ein Feedback über Deine Leistungen.
Beim Diplom ist es nicht so, dass man vor dem Vordiplom keine Prüfungen hätte: Auch hier gibt es Klausuren und Kolloquien, aber viel weniger als beim Bachelor. Nach vier Semestern wirst Du dann aber über alles bisher gelernte geprüft, was extrem Stressig ist. Die (oft sehr guten) Noten dieser Prüfungen ergeben dann Deine Vordiplomsnote. Mit der Note des Hauptdiploms hat die aber auch nix zu tun, sie dient höchstens als Anhaltspunkt für die Professoren.
Das Vordiplom hat den VORTEIL, dass Du nach vier Semestern gezwungen bist, Dich nochmal mit allem gelernten zu beschäftigen. Beim Bachelor ist das Motto oft: Aus den Augen, aus dem Sinn. Gleiches gilt auch für die Diplomprüfung.
Wenn Du sowieso vor hast, das gesamte Studium an der gleichen Uni abzulegen (Uniwechsel nach dem Vordiplom ist nicht unüblich, problematisch ist aber, dass sich die Prüfungen dafür oft über das 4. Semester hinuas ziehen), solltest Du schauen, was die Uni Dir zu bieten hat. Fragen, die Du Dir stellen könntest:
Intressiert Dich ein spezielles Teilgebiet der Chemie besonders (kann man vor Studienbeginn aber nicht so gut beurteilen)?
Welche Universitäten, die Du Dir vorstellen kannst, bieten auf diesem Gebiet besonders viel?
Bei vielen Unis gibts auch nen Prof, der für die Studienberatung zuständig ist. Der beisst nicht. Wenn Du eine Uni ins Auge gefasst hast, schreib dem ruhig mal eine Email und quetsch ihn aus. Frag ihn ruhig, was sich hinter den ganzen Fächern verirgt, die dort angeboten werden. Auch ein persönliches Gespräch ist nicht von Nachteil, dann kennst Du dort schon mal einen (und er Dich).
Bei mir an der Uni war es so, dass man im Diplomstudiengang im Hauptstudium wesentlich freiere Wahlmöglichkeiten der Fächer hatte. Das ist natürlich von Uni zu Uni unterschiedlich, um eine "Studium" der dortigen Lehrpläne resp. Prüfungsordnungen wirst Du nicht rumkommen.
Alles in allem: Es gibt da kein "besser" oder "schlechter", Du musst selbst wissen was Dir mehr liegt.
Oh, und noch was generelles: Informier Dich vorher auf was Du Dich da einlässt und ob Du das wirklich willst. Die Abbruchquote in Chemie ist sehr hoch, und auch wenn es nichts schadet, mal ein Studium auszuprobieren, so ist es doch schade um das "verlorene" Jahr.
Wohl ein echt guter post, bringt schon Punkte auch mal Argumente von jemandem zu hören der Bachelor/Master gemacht hat…
Worauf ich mich da einlasse… worauf beziehst du das? Chemie Allgemein oder von der Intelligenz her, es evtl. nicht zu verstehen…?
Ich weiß dass die Abbruchquote ziemlich hoch ist! Ich gehe auch mehr Risiko ein als ein verlorenes Jahr!
Ich selbst habe ja kein Abitur! Ich habe damals nach dem erw. Realschulabschluss eine Ausbildung zum Chemikant gemacht und dann 3 Jahre als Chemikant gearbeitet. Demnach weiß ich schon worauf ich mich irgendwo einlasse (Chemietechnisch)! Ich habe die Hochschulzugangsberechtigung über eine Feststellungsprüfung erlangt, demnach sind die Hochschule und der Bereich Chemie festgeschrieben! Erst nach erfolgreich beendetem Studium habe ich die Hochschulreife. Also sollte ich es nicht schaffe kann ich kein anderes Studium beginnen sondern mir einen neuen Job suchen, da ich ja den Alten aufgegeben habe. Also ist auch klar, dass es für mich sogar schwerer als für Abiturienten ist! Anfangs zumindest. Die Feststellungsprüfung bestand ja aus einer 2 Stunden lang dauernden schriftlichen Prüfung und einer 45min. langen mündlichen Prüfung. Durchgeführt wurde sie vom Fachbereichsleiter für Chemie und des Vorsitzenden der Prüfungskommission. Es ging da also wirklich um eine Einschätzung von Fachkundigen um zu beurteilen ob ich es auch schaffen kann, denn die Prof.s kennen auch die Statistiken.
Kennen tue ich dann zumindest einen der Prof.s, da der Eine zu meinem vorgesehenen Studienbeginn gerade in den Ruhestand geht.
Teilgebiet weiß ich natürlich noch nicht. Um mich vorzubereiten Lese ich im „Mortimer“, im „Kurzes Lehrbuch der Physik“ und im „Mathematik für Chemiker“ bzw. „Papula“. Also kann ich schon abschätzen, dass ich gerade was Mathe angeht, wo mir ja einiges wesentliches fehlt, ob ich das Ganze überhaupt verstehe bzw. verstehen würde…
Von dem was ich bisher so gelesen und verstanden habe bin ich von Physikalischer Chemie begeistert. Ich bin mir aber sicher, dass sich das während des Studiums noch ändern würde wenn es dann richtig schwer wird…
Ich weiß eben von mir selbst, dass ich in der Schule immer nur oberer Durchschnitt war und ich zum Ende hin und zur Prüfung dann so gut wie jedes Fach noch um eine Note verbessert habe. In der Ausbildung genau so, Berufsschuldurchschnitt teilweise über 3,x und Prüfung dann zum erstaunen vieler mit 1 abgeschlossen. Bedeutet natürlich nichts, da ich der Meinung bin das ein Chemie-LK Abiturient mehr Chemie hat!
Das ist halt der Grund für mich welcher vorerst für Dipl. spricht.
Problem ist auch, dass ich mir Dinge die zu verstehen sind gut merken kann, alles was man aber auswendig lernen muss wie irgendwelche Konstanten bekomme ich sehr schlecht rein! Würde ich also nur auswendig lernen können, wenn es wirklich um alles geht. Naturwissenschaften war ich eben immer schon deutlich besser…, Geschichte und Sozialkundenoten… wollt ihr garantiert nicht wissen! :D
So wie ich das bisher gelesen habe kann man ja auch während des Studiums jederzeit wechseln. Wenn man Dipl. studiert und das Grundstudium erfolgreich beendet hat bekommt man auch ein Zertifikat das man bereits einen Abschluss Äquivalent zum Bachelor hat (steht in der Prüfungsordnung). Beginne ich jetzt mit B.Sc. habe ich natürlich keine Möglichkeit mehr zu wechseln.
Na ja, ich habe ja noch einige Zeit mir mal die Vor- und Nachteile aufzuschlüsseln und dann abzuwägen…
So wie ich das bisher gelesen habe kann man ja auch während des Studiums jederzeit wechseln. Wenn man Dipl. studiert und das Grundstudium erfolgreich beendet hat bekommt man auch ein Zertifikat das man bereits einen Abschluss Äquivalent zum Bachelor hat (steht in der Prüfungsordnung). Beginne ich jetzt mit B.Sc. habe ich natürlich keine Möglichkeit mehr zu wechseln.
du willst behaupten, dass man nach dem grundstudium(diplom) einen äquivalenten abschluss wie der B.Sc hat ? ist wohl mehr ein trugschluss.
nach dem grundstudium hast du gar keinen abschluss, nur die möglichkeit zum weiterstudieren.
wenn du B.Sc studierst hast du noch jede möglichen freiheiten, deinen Master in einem anderen Fach zu absolvieren.
Klar kannst du im normalem diplomstudiengang wechseln, aber musst unter umständen scheine nachholen.
Mit Grundstudium meine ich Vordiplom! Man bekommt ein Zertifikat welches die Äquivalenz bestätigt, das wurde auch vom Prüfungsvorsitzenden Prof. bestätigt. Nach dem Diplom bekommt man auch ein Äquivalenzzertifikat das das dem Master entspricht.
wer weiß.... ich bin noch nicht sicher was ich da nun nehme...
§ 20
Zeugnis über die Diplom-Vorprüfung,
Zeugnis über die Abschlussprüfung des Basisstudiums
(7) Gleichzeitig mit dem Zeugnis wird der Kandidatin bzw. dem Kandidaten ein ergänzendes Dokument (Supplement) ausgehändigt, das eine Äquivalenz mit dem akademischen Grad Bachelor of Science bestätigt.
Folgendes steht noch in der Prüfungsordnung für den Master:
§ 23
Äquivalenzbescheinigung
(1) Nach erfolgreichem Abschluss der Masterprüfung wird an alle Absolventinnen und Absolventen des Masterstudienganges eine Bescheinigung ausgestellt, die die Äquivalenz des akademischen Grades „Master of Science“ mit dem akademischen Grad „Diplom“ bestätigt.
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