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Betreff des Beitrags: Ergebnis des Anfrage bei Chemiefirmen
Verfasst: 13.09. 2006 12:10
Site Admin
Registriert: 01.11. 2002 23:46 Beiträge: 2809 Wohnort: München
Hier die Antwort auf unsere Fragen von der Firma Merck. Vielen Dank dafür!
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- Welchen Stellenwert genießt ein Chemiker mit einem Bachelor-Abschluss in Ihrem Unternehmen? Werden Bachelorabsolventen überhaupt eingestellt?
Bachelor-Absolventen konkurrieren mit den intern ausgebildeten Laboranten. Hierbei bringt der Bachelor sicher frische Erkenntnisse von Aussen mit, der Laborant kennt jedoch die Unternehmensstruktur und ist praxisorientierter aufgestellt.
- Macht es einen Unterschied, ob jemand einen Master- oder einen Diplomabschluss hat?
Bei Universitätsabsolventen macht dies keinen Unterschied in fachlicher Hinsicht. Masterabsolventen bringen sicherlich mehr Softskills (Präsentationstechniken, Moderationsfähigkeiten, etc.) mit, wie es aus dem Bologna-Beschluß hervorgeht. Bei Master-Absolventen von Fachhochschulen erwarten Unternehmen mehr Fachwissen und mehr Softskill-Fähigkeiten als von den Diplomabsolventen (FH).
- Benötigt man einen Doktortitel, um unproblematisch ins Berufsleben einsteigen zu können?
Im Bereich der Forschung & Entwicklung ist eine Promotion unerläßlich, um zu einer wissenschaftsorientierten Arbeitsweise zu gelangen. Als promovierter Naturwissenschaftler hat man in einem innovativen und forschungsorientierten Unternehmen wie Merck die besten Entwicklungschancen. Grundsätzlich ist ein Einstieg als Bachelor- oder Masterabsolvent ebenfalls möglich. Jedoch sollte man sich insbesondere als Bachelorabsolvent im vorhinein damit auseinandersetzen, ob es ein zufriedenstellender Einstieg in das Unternehmen ist (siehe Frage 1).
- Ist es von großem Vorteil, wenn ein Chemie-Absolvent zusätzlich ein BWL Aufbaustudium/MBA vorzuweisen hat? Wird dann ein MBA oder ein Aufbaustudium bevorzugt?
Eine Zusatzqualifikation in einer komplementären Disziplin wie der BWL ist sicher von Vorteil. Grundsätzlich zählt jedoch zunächst die fachliche Spezifikation zur Beurteilung einer Bewerbung.
- Wie sehen die Berufschancen für Wirtschaftschemiker aus? Vor allem ohne Promotion?
Es gibt sicher Einstiegsmöglichkeiten für Wirtschaftschemiker (mit oder ohne Promotion). Insbesondere im Bereich Marketing, Vertrieb, Controlling, Projektmanagement, Inhouse Consulting (teilweise Promotion erwünscht) ist ein Einstieg mit dieser Qualifikation vorstellbar.
- Wie beurteilen Sie allgemein die Lage für Chemiker jetzt und wie sehen die Prognosen für die Zukunft aus? Lohnt es sich, Chemie zu studieren?
Der Bedarf an Chemikern wird in der Industrie konstant bleiben, wenn nicht sogar leicht ansteigen. Der Student sollte sich bestenfalls im Vorhinein überlegen, welche Berufsausrichtung ihm Spaß machen würde. In der phamazeutisch/ chemischen Industrie wird die Promotion auch in Zukunft einen hohen Stellenwert genießen - für diese Zielgruppe ergeben sich die meisten Entwicklungsmöglichkeiten.
Ähem ... jetzt mal ehrlich: Das war erstens abzusehen und zweitens: Für viel mehr wird der auch nicht taugen ... oder hast Du Dich nach dem Vordiplom für fähig gehalten in der Industrie den Job eines studierten Chemikers auszuüben? Das wage ich zu bezweifeln ... Für viel mehr als Laborantenjobs wird der gemeine Bachelor in der Realität wohl kaum taugen (Und nun fragen wir uns wieder, warum es in den "tollen" Ländern, in denen schon seit eh und je Bachelor-Studiengänge existieren unser gutes altes Berufsausbildungskonzept weitgehend unbekannt ist )
_________________ My name is Bond, Ionic Bond: Taken, not shared! (Caren Thomas)
bitte? mir ist schon klar das der bachelor nicht mit einem "normalen universitären" abschluss wie dem diplom zu vergleichen ist und das behaupte ich auch nicht, schließlich fehlen ja quasi 2 semester und die diplomarbeit - aber es ist ja bitteschön deutlich mehr leistung gefragt als in einer ausbildung! und mit einem vordiplom ist er auch nicht zu vergleichen - es werden 6 nicht 4 semester studiert!
man sollte sich vielleicht mal anschauen, dass viele bachelor studiengänge auch deutlich voller gepackt sind als 6 semester im vorherigen diplom. sicherlich fehlen einige vertiefende veranstaltungen und wie gesagt eine richtige wissenschaftliche arbeit (denn das is die bachelorarbeit nicht unbedingt) - aber dafür gibt es ja den master
_________________ Chemischen Biologen an die Macht!
Mag sein, trotzdem bist Du im Endeffekt für den Betrieb mit nem Bachelor nicht wertvoller, als ein Labornt, denn Du hast zwar mehr theoretische Kenntnisse, aber eben nicht genung (und vor allem nicht die Erfahrung mit der wissenschaftlichen Arbeit), um Jobs von Diplomierten oder gar promovierten Chemikern zu machen, dafür fehlen Dir aber auf der praktischen Ebene Sachen, die der Laborant zigmal besser drauf hat ...
Für den Betrieb bist Du also im Endeffekt ein theoretisch spitzenmäßiger, aber praktisch nur durchschnittlicher Laborant ... so hart es klingt, aber es ist halt so!
Die Industrie wird jetzt ja nicht ihre Jobprofile umschmeissen, nur, weil das neue Sastem einem einen "Zwischenabschluss" schenkt ... zumindest noch nicht ...
_________________ My name is Bond, Ionic Bond: Taken, not shared! (Caren Thomas)
was ist, wenn man bereits laborant ist udn dann seien bachelor macht??
ist bei mir der fall. ich denke mal für Bachelorabsolventen wird es schon Arbeitsplätze geben.
Der Laborant hat mehr routine im alltäglichen Arbeitsleben, aber das lässt sich leichter aufholen als das theoretische Fachwissen, was der Bachelor mitbringt.
ich finde der Vergleich zwischen Aubildung und Studium hinkt etwas.
Zudem wissen die Unternehmen noch nicht genau was ein Bachelor kann.
Ich glaube aber, dass die internen Aufstiegschancen für einen Bachelor besser sind als für einen Laboranten. Man muss eben Leistung zeigen und sich gut verkaufen.
Bin gespannt was andere Firmen dazu sagen, weil Merck ja nicht das einzige Chemieunternehmen ist.
Stimme AV da zu. Der Mensch von Merck hat seine Ansicht ja auch begründet. Ich vermute mal, dass es schon besser ist, wenn man dann vorher eine Ausbildung gemacht hat. Dann ist man mind. auf der Stufe wie ein Techniker würde ich sagen!
@AV: die werden sie wohl umschmeißen müssen - da es in zukunft nur noch b/m geben wird. natürlich kann auch ein bachelor nicht die arbeit eines promovierten chemikers übernehmen - das würde ich auch nie behaupten - aber sie sind auch durchaus zu eigenständigen wissenschaftlichem arbeiten befähigt!
_________________ Chemischen Biologen an die Macht!
wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass bachelorabsolventen eher aufwändigere analytikroutinen durchführen (z.b. ICP-MS) udn eben auch etwas besser bezahlt werden als laboranten.
wobei man das auch auf synthesen und verfahrenstechnik ausweiten kann.
Ich kann bei gelegenheit mal unseren Abteilungsleiter fragen wie er dazu steht.
Führt selbst eine Firma für (bio)organische Synthesen.
Registriert: 01.11. 2002 23:46 Beiträge: 2809 Wohnort: München
Ich bin der Meinung, dass es zur Zeit d.h. heute und sicherlich in den nächsten 5 Jahren so ist, dass der Bachelor in Chemie alleine dazu dient Studienabbrecher einen Abschluss zu geben.
Ich glaube, dass man wirklich zur Zeit nicht darauf spekulieren kann mit einem Bachelorabschluß bessere Chancen als ein CTA zu haben. Das hat folgende Gründe: ein Bachelor hat einen gültigen Hochschulabschluß und sollte somit tariflich ein höheres Gehalt beziehen. Praktisch gesehen nehmen die Firmen aber eher Laboranten, die billiger sind und auch sofort einsatzbereit. Falls es dann doch eine Aufgabe ist, die einer "höheren" Qualifikation bedarf, stellen die Firmen dann am besten gleich einen Diplom Chemiker ein (am besten promoviert).
Ich sage nicht, dass sich dieser Zustand in Zukunft nicht ändern kann, aber zur Zeit würde ich niemandem empfehlen das Studium nach einem Bachelor abzubrechen. Zumal es nach 6 Semestern meistens erst so richtig anfängt Spaß zu machen.
Registriert: 01.11. 2002 23:46 Beiträge: 2809 Wohnort: München
valeska1806 hat geschrieben:
es in zukunft nur noch b/m geben wird.
es kann aber durch aus, dass sie dann einfach stark bevorzugt Master Absolventen einstellen. Es gibt ja einen sehr ähnlichen Trend bereits: wie viele Leute aus einem Semester mit Master/Diplomabschluß in "reiner" Chemie promovieren? Bei mir waren es so 90% und ich denke, dass es woanders nicht viel weniger sind.
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