Autos ohne Chemie?

Bis zu 255 kg Chemiewerkstoffe stecken in einem modernen Mittelklassewagen. Das sind ca. 25% des Gesamtgewichts – ohne Chemie also kein Auto.

Ohne Elektronik geht es aber auch nicht mehr: Man kann Industrieelektronik in höchster Qualität ohne Platinen, die geätzt oder gedämpft werden, heute nicht herstellen. Auch ohne Kunststoffteile ist die Herstellung eines Autos undenkbar. Die Mechanik war lange die treibende Kraft beim Fortschritt von Automobilen. Heute ist ein neues Zeitalter der Elektronik als Innovationsträger angebrochen - komplexe Schaltkreise, mehr Rechenpower, mehr Steuerungsmöglichkeiten, mehr Sicherheit. Das Gaspedal ist hauptsächlich ein Regler, der dem Bordcomputer Informationen liefert. Eine mechanische Verbindung zum Motor ist durch Elektronik ersetzt worden.

Wenn in Zukunft Elektroautos vermehrt das Straßenbild erobern wird der Anteil an Chemie und Elektronik in Autos wohl noch steigen. Allein die Batterie für ein Elektroauto ist eine kleine elektrochemische Fabrik. Derzeit wird an den Unis viel geforscht und von den Autokonzernen viel investiert, um die Reichweite der Autos mit Elektroantrieb deutlich zu erhöhen. Waren es vor ein paar Jahren noch Reichweiten von deutlich unter 100 km sind heute bereits Batterien in Autos, die deutlich über 100 km Reichweite bringen. Problematisch sind die längeren „Auftankzeiten“. Wenn die Problematik der Reichweite und der Auftankzeiten geregelt ist, dann steht der Elektroautorevolution nichts mehr im Weg.