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Stärke von Säuren und Basen

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Moderator: Chemiestudent.de Team

lele
Laborratte
Laborratte
Beiträge: 3
Registriert: 25.11. 2021 16:20

Stärke von Säuren und Basen

Beitrag von lele »

Hallo!
Ich beschäftige mich gerade mit Säure- und Basenstärken, also auch mit Säurekonstante und pKs -Werten. Schwache Säuren dissoziieren in Wasser nur zu geringe Anteilen, während starke Säuren nahezu vollständig dissoziieren. Meine Frage lautet nun: Warum?
Warum gibt Essigsäure nur ein Proton an Wasser ab und reagiert zu Oxoniumionen und Acetat, während Chlorwasserstoff vollständig dissoziiert?
Ich weiß nicht, ob ich gerade auf dem Schlauch stehe oder ob ich "vollständig dissoziieren" falsch definiere, aber im Moment habe ich den Überblick über die Sache verloren. :o Würde mich sehr über eine Antwort auf meine (vielleicht blöde) Frage freuen.
Chemik-Al

Re: Stärke von Säuren und Basen

Beitrag von Chemik-Al »

"vollständig dissoziierte Säure" bedeutet,daß eine Säure sämtliche ausreichend aciden H abgegeben hat.
Bei der Essigsäure sind das in wäßriger Lösung nur die Protonen der Carboxylgruppe,also CH3COOH -> CH3COO- + H+.
In wäßriger Lösung wird dies ermöglicht durch Übertragung des H+ auf Wasser unter Bildung von Hydroniumionen(u.a.).
Chlorwasserstoff verfügt sowieso nur über ein acides H.Wird Chlorwasserstoff in Wasser gelöst,erhält man Salzsäure.
Dort ist das HCl-Molekül vollständig dissoziiert in H+ und Cl- ,beide Ionen sind durch Wassermoleküle solvatisiert(->Hydrathülle).
Die Stärke einer Säure wird oft durch den pKs-Wert angegeben,also eine Angabe über die Gleichgewichtskonstante der Dissoziation.
Beachte dabei,daß auch schwache Säuren,bei ausreichender Verdünnung,vollständig dissoziiert vorliegen können.
lele
Laborratte
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Beiträge: 3
Registriert: 25.11. 2021 16:20

Re: Stärke von Säuren und Basen

Beitrag von lele »

Danke für die sehr hilfreiche Antwort! Ich hätte aber noch eine Anschlussfrage: Wie erkenne ich, ob ein H acid ist oder ob eben nicht, wie beispielsweise bei CH4?
Nobby
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Re: Stärke von Säuren und Basen

Beitrag von Nobby »

Im wesentlichen H an O und andere Heteroatome S, P, etc. gebunden sind Acide. Je nach Nachbaratomen oder Gruppen mehr oder weniger. So ist Ethanol C2H5OH wenig acide, reagiert mit Alkalimetallen, aber Ethansäure CH3COOH schon recht stark, da geht schon NaOH.
Chemik-Al

Re: Stärke von Säuren und Basen

Beitrag von Chemik-Al »

Die Heteroatome(s. Nobby) können zu einer ausreichend starken polaren E-H-Bindung sorgen,daß das H stark positiv polarisiert ist.
Das reicht bei Elementwasserstoffsäuren,wenn E= Halogen ist.
Diese Acidität berut auf rein induktivem Effekt.
Dazu kommt bei vielen Säuren noch der mesomere Effekt.D.h. die nach Abgabe von H+ resultierende negative Ladung des Anions kann gut über das Anion(oder Teile davon) "verteilt" werden.
Die Carboxylgruppe von Carbonsäuren ergibt das Carboxylat-Anion,bei der Schwefelsäure wird die Ladung auch mehr über das gesamte Anion verteilt.
Besondere Stabilisierung ist z.B. bei der Quadratsäure zu finden.
Für den Einsteig mal die üblichen anorganischen und organischen Säuren anschauen und lernen.

Chemik-Al.
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