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Ist ein kleines Heimlabor legal?

Hier werden tagesaktuelle Themen diskutiert.

Moderator: Chemiestudent.de Team

Pat_The_C
Laborratte
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Beiträge: 3
Registriert: 01.06. 2024 16:02
Hochschule: keine angeführte Hochschule

Ist ein kleines Heimlabor legal?

Beitrag von Pat_The_C »

Hallo Leute,

ich habe mal eine Frage. Ich bin jetzt 40 Jahre alt und habe seit 20 Jahren den Traum von einer eigenen Firma. Ich möchte mich gerne selbstständig machen. Das Know-How hätte ich, da ich eine 3-jährige CTA-Ausbildung und ein 5-jähriges Chemiestudium aufweisen kann. Rein fachlich gesehen steht dem also wenig im Weg.

Am liebsten würde ich mich in meinem Geschäft um drei Dinge kümmern:

1. Organisch chemische Synthese (Auftragssynthesen)
2. Miniplanttechnik
3. Recycling von Elektroschrott

Ich habe bis jetzt noch kein Gewerbe angemeldet und stehe quasi ganz am Anfang. Bis jetzt sind das nur Wünsche. In diese Richtung sollte es jedoch gehen.

Kommen wir zu meiner Frage:

Da ich ganz am Anfang meines Geschäfts stehe habe ich noch kein Labor gemietet. Aus Kostengründen wäre es am besten die ersten Synthesen oder die Experimente zuhause zu machen. Ich könnte mir dann ein Geschäft von null an Stück für Stück aufbauen ohne all zu hohe Kosten. Also ohne hohe Mietkosten.

Ist die Nutzung einer gefliesten Arbeitsplatte im Arbeitszimmer mit Chemiekolben, Bechergläsern, Rotationsverdampfer und was es eben noch so im Labor für Geräte gibt legal?

Angenommen ich hätte jemanden auf einer Chemiemesse kennen gelernt der Substanz XY (Organische Substanz) von mir synthetisiert haben will. Also ein Auftragsgeber. Dürfte ich die Substanz dann zuhause im Mehrfamilienhaus in meiner Dachgeschosswohnung kochen? Wo steht das man das im voll eingerichtetem Chemielabor machen muss? In welchem Gesetzestext ist das geregelt? Kann jemand zitieren oder die Quelle angeben?
Wo stehen die Richtlinien oder Verordnungen wo sowas geregelt ist? Und ja, ich habe studiert und kann mir diese Frage zurzeit trotzdem nicht beantworten da der Bau eines Heimlabors nicht gerade Thema in der Uni war. Gesetzestexte diesbezüglich hatte ich nicht. Was kann ich für den unvollständigen Lehrplan???

Wäre nett, wenn mir jemand zeigen könnte, wo sowas schwarz auf weiß geschrieben steht.

Eine andere Frage beschäftigt mich ebenfalls:

Sollte es nicht illegal sein ein Heimlabor (Arbeitsplatte) zu haben, darf man allein im Heimlabor arbeiten oder muss eine zweite Person anwesend sein? Falls mal etwas passiert. Säure in den Augen oder was weiß ich. Ersthelfer. Muss diese Person Chemiker(Inn) sein? Braucht diese Person eine chemische Ausbildung? Was sagen die Vorschriften? Wann ist eine zweite Person angemessen?

MfG Pat_The_C
Nobby
Assi-Schreck
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Wohnort: Eine große Stadt

Re: Ist ein kleines Heimlabor legal?

Beitrag von Nobby »

Hier geht es um Sicherheit, wie Chemikaliengesetz, Lagerrecht, Umweltschutz, etc.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Chemika ... verordnung

https://www.gesetze-im-internet.de/chemverbotsv_2017/

Der Sachkundenachweis muss amtlich bestätigt werden.

https://www.hdt.de/vermittlung-der-sach ... h050091315

Hier ein Artikel was passieren kann.

https://www.feuerwerk-forum.de/thema/ch ... t-sn.8928/

Ein Wohnhaus ist nicht wie ein professionelles Labor eingerichtet. Keine Absaugeinrichtungen, Abwasserbehandlungen, etc. Also das Kochen im Keller oder im Arbeitszimmer sollte man doch tunlichst unterlassen um nicht die Mitmenschen zu gefährden.

Sollte man ein geeignetes Labor haben. Braucht man noch viel analytisches Equipment um die Stoffe die hergestellt wurden zu überprüfen auf Reinheit, Gehalt, etc. Also in einem Wohnhaus eher nicht möglich.

Entsorgung von Lösemittel und Beiprodukten. Abwasseraufbereitung, etc.

Für Privatpersonen ein $$$$$$$$ Hobby.
Pat_The_C
Laborratte
Laborratte
Beiträge: 3
Registriert: 01.06. 2024 16:02
Hochschule: keine angeführte Hochschule

Re: Ist ein kleines Heimlabor legal?

Beitrag von Pat_The_C »

Das das nicht ganz legal ist hatte ich mir schon gedacht. Viel zu gefährlich. Es ging mir vor allem um Gesetzestexte. Ich werde die verlinkten Quellen mal durchlesen.

Also ums kurz zu machen:

Ein Startup muss erstmal tief in die Tasche greifen, ein Labor bauen lassen, Zertifizierung einholen, Sachkunde nachweisen, etc... Laut Google kostet sowas mal locker zwischen 50.000 und 100.000 €. Kann gut sein, da die Möbel, Chemikalienschränke, Analysentechnik usw. nicht gerade billig sind.

Aber mal ne Frage:
Wo holt ein Startup 50.000 bis 100.000 € her? Was ist wenn man einen solchen Betrag nicht von einer Bank bekommt? Trotz Businessplan.

Ist voll scheiße mit dem Kapital. Voll teuer. Investoren aus dem Internet? Hmmm... Leute von LinkedIn oder der Gleichen? Der Start für ein Startup im Bereich Chemie ist ziemlich schwierig. Da wunderts einen nicht, dass die Quote derjenigen Chemiker die sich selbstständig machen so gering ist.

Wie sind denn die Bußgelder oder Strafen für ein kleines Hobbylabor? Was wenn man trotzdem ein Hobbylabor daheim hat? Kostet sowas Bußgelder? Wie hoch sind die? Hab ich bis jetzt noch nie gelesen. Wäre aber mal wissenswert. Weiß jemand was darüber?
Pat_The_C
Laborratte
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Beiträge: 3
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Re: Ist ein kleines Heimlabor legal?

Beitrag von Pat_The_C »

Das mit der Sachkunde ist sehr interessant. Auch die Angabe der Kosten für diesen Schein (1840 €) waren mir nicht bekannt. Vielen Dank für die ganzen Infos... Ich habe alles gelesen.

Werde nochmal in mich gehen und mir Gedanken machen wie ich das mit der Selbstständigkeit angehen werde. Wo ein Wille ist........

Auch wenn es schwierig erscheint, es muss möglich sein ein Startup zu gründen. Der Knackpunkt wird wohl Geld sein. In diesem Business werde ich wohl einen Kredit brauchen. Gibt ja Geschäfte wo man kein besonders hohes Startkapital braucht. Das ist in der Chemie wie es scheint anders. Das kostet alles Unsummen. Aber ich bin guter Dinge das das klappt. Ich schaff das schon.
chemiewolf
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Registriert: 05.01. 2022 12:23
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Re: Ist ein kleines Heimlabor legal?

Beitrag von chemiewolf »

eventuell kann man in einem Industriepark ein Labor mieten.
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