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Verdampfung von pflanzlichem Glycerin – wird es beim Dampfen zu heiß?
Verfasst: 14.07. 2025 15:12
von DerLaie
Hallo zusammen
ich habe eine kurze, aber wichtige Frage:
Pflanzliches Glycerin hat laut Literatur einen Siedepunkt von ca. 290 °C.
Gleichzeitig liest man in Studien, dass beim Dampfen ab ca. 230 °C die Gefahr besteht, dass sich z. B. Acrolein oder andere unerwünschte Stoffe bilden.
Wie passt das zusammen?
Wenn ich beim Dampfen überhaupt erst bei 290 °C pflanzliches Glycerin vollständig verdampfen kann –
bin ich dann nicht automatisch in einem Temperaturbereich, der potenziell gesundheitsschädlich ist?
Ich nutze ein MTL-Gerät mit 1,2 Ohm und 10 Watt – laut Schätzungen liegt die Coiltemperatur da deutlich unter 250 °C.
Aber ich hätte gerne eine chemisch saubere Erklärung, ob pflanzliches Glycerin überhaupt sicher dampfbar ist, wenn es so spät siedet.
Danke euch!
Gruß
Re: Verdampfung von pflanzlichem Glycerin – wird es beim Dampfen zu heiß?
Verfasst: 14.07. 2025 16:02
von Chemik-Al
Vorweg:Glyerin oder auch Glycol ist eine chemische Verbindung mit einem definierten Siedepunkt,unabhängig woraus das Glycerin gewonnen wird.
Der Siedepunkt von 290°C gilt bein Normaldruck und für reines Glycerin.
In einem elektrischen Verdampfer,wie bei E-Zigaretten u.ä.,ist das Glycerin jedoch im Gemisch mit Propylenglykol und den "Wirkstoffen",u.U. auch Wasser.Dadurch kann der Siedepunkt(-> Verdmpfungstemperatur) deutlich niedriger liegen und damit die Bildung von Acrolein deutlich reduziert werden.Eine völlige Unterdrückung dieser thermischen Zersetzung von Glycerin ist meiner Kenntnis nach nicht möglich,es ist aus gesundheitlicher Sicht eine Frage der Menge und Häufigkeit,ob es längerfristige Schäden gibt.
Keine Genuß ohne reue

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Chemik-Al.
Re: Verdampfung von pflanzlichem Glycerin – wird es beim Dampfen zu heiß?
Verfasst: 14.07. 2025 21:46
von DerLaie
Chemik-Al hat geschrieben: ↑14.07. 2025 16:02
Vorweg:Glyerin oder auch Glycol ist eine chemische Verbindung mit einem definierten Siedepunkt,unabhängig woraus das Glycerin gewonnen wird.
Der Siedepunkt von 290°C gilt bein Normaldruck und für reines Glycerin.
In einem elektrischen Verdampfer,wie bei E-Zigaretten u.ä.,ist das Glycerin jedoch im Gemisch mit Propylenglykol und den "Wirkstoffen",u.U. auch Wasser.Dadurch kann der Siedepunkt(-> Verdmpfungstemperatur) deutlich niedriger liegen und damit die Bildung von Acrolein deutlich reduziert werden.Eine völlige Unterdrückung dieser thermischen Zersetzung von Glycerin ist meiner Kenntnis nach nicht möglich,es ist aus gesundheitlicher Sicht eine Frage der Menge und Häufigkeit,ob es längerfristige Schäden gibt.
Keine Genuß ohne reue

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Chemik-Al.
Ich bin ein Laie aber: Ist Siedepunkt=Verdampfungstemperatur? Glaube nicht oder?
Re: Verdampfung von pflanzlichem Glycerin – wird es beim Dampfen zu heiß?
Verfasst: 15.07. 2025 07:53
von Nobby
Der Siedepunkt und die Verdampfungstemperatur sind eng miteinander verbunden, beschreiben aber unterschiedliche Aspekte des Übergangs einer Flüssigkeit in den gasförmigen Zustand. Der Siedepunkt ist die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit zu sieden beginnt und der Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand innerhalb der Flüssigkeit stattfindet. Die Verdampfungstemperatur ist die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit zu verdunsten beginnt, wobei dieser Prozess an der Oberfläche der Flüssigkeit stattfindet.
Siedepunkt:
Der Siedepunkt ist die Temperatur, bei der der Dampfdruck einer Flüssigkeit gleich dem Umgebungsdruck ist, was zum Sieden führt.
Beim Sieden bilden sich Dampfblasen innerhalb der Flüssigkeit, die an die Oberfläche aufsteigen und entweichen.
Der Siedepunkt ist druckabhängig. Bei höherem Druck ist der Siedepunkt höher, bei niedrigerem Druck niedriger.
Ein Beispiel ist Wasser, das bei 100°C unter Normaldruck (am Meeresspiegel) zu sieden beginnt.
Verdampfungstemperatur:
Die Verdampfungstemperatur ist die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit an ihrer Oberfläche in den gasförmigen Zustand übergeht.
Im Gegensatz zum Sieden, bei dem Dampfblasen im Inneren der Flüssigkeit entstehen, findet die Verdampfung nur an der Oberfläche statt.
Die Verdampfung kann auch unterhalb des Siedepunkts stattfinden, z.B. beim Verdunsten von Wasser bei Raumtemperatur.
Die Verdampfungstemperatur ist ebenfalls druckabhängig, aber die Beziehung ist nicht so direkt wie beim Siedepunkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen:
Siedepunkt und Verdampfungstemperatur sind eng miteinander verbunden, aber nicht identisch.
Siedepunkt ist die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit zu sieden beginnt und Dampfblasen im Inneren entstehen.
Verdampfungstemperatur ist die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit an ihrer Oberfläche zu verdunsten beginnt.
Beide Temperaturen sind druckabhängig.